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5 Jahre diedreißigerin, wieder ein Jahr älter & meine Baddie-Ära!

  • Autorenbild: diedreißigerin
    diedreißigerin
  • vor 2 Tagen
  • 6 Min. Lesezeit

So schnell war der April da, das erste Viertel von 2026 liegt schon wieder hinter uns und der Frühling hat bereits angeklopft. Das bedeutet auch eines: Ich bin wieder ein Jahr älter geworden und wie jedes Jahr möchte ich meinen Geburtstag, meine Gedanken zu diesem alten und neuen Lebensjahr und auch einen kleinen Meilenstein mit euch teilen. diedreißigerin feiert nämlich Jubiläum, mein Blog ist bereits 5 Jahre alt und ich bin selbst recht sprachlos, wenn ich auf dieses halbe Jahrzehnt zurückblicke. Und, naja, ich habe dem Mann adieu gesagt, aber dazu später.


5 Jahre, ein Rückblick & große Pläne

Am 10. April 2021 habe ich diesen Blog veröffentlicht, nachdem ich mir mehrere Monate meinen Kummer von der Seele geschrieben und viele, viele Stunden an der Webseite gebastelt hatte. Ich weiß es noch, als wäre es gestern gewesen, wie meine Hände sich schwitzig anfühlten und wie unfassbar groß dieser Schritt für die Miri von damals war. Ich, der Inbegriff einer unsicheren Introvertierten, hatte beschlossen, dass ich gelesen, gesehen und gehört werden will. Selbst meine Therapeutin hatte mich mehrmals gefragt, ob ich mich für diesen Schritt bereit fühle und mit den Reaktionen leben könne. Aus heutiger Sicht bin ich noch immer sehr stolz, dass ich damals so mutig war, naja auch massiv verzweifelt, aber in erster Linie mutig und vor allem gewillt, meinen Beitrag für ein neues Bild einer Frau in ihren 30ern zu leisten.


Blogveröffentlichung

In den letzten 5 Jahren habe ich euch durch viele (viele, viele) schweren Zeiten mitgenommen, jeden Liebeskummer, verzwickte Verwandtschaftsverhältnisse, Krankheiten in der Familie, einen Wasserschaden, verlorene Freundschaften und vor allem meinen Kampf gegen mich selbst und meine eigenen Monster mit euch geteilt. Zugleich durfte ich euch auch an den großartigen Momenten teilhaben lassen, hab euch von meinen ersten Solo-Dates, Durchbrüchen in der Therapie, einem Wohnungskauf, zwei Auszeiten mit wunderschönen Reisen und meinem Leben als Singlefrau, das sich als so viel schöner herausgestellt hat, als ich es mir jemals vorgestellt hatte, berichtet. So viele lieben Nachrichten haben mich erreicht, so viele Frauen, die es gerade schwer haben, fanden ihren Weg zu meinen Zeilen und so viele konnte ich motivieren, ein bisschen größer und lauter zu leben. diedreißigerin wurde bis heute fast 40 000 Mal besucht, hunderte Leserinnen schauen regelmäßig vorbei und ich möchte DANKE sagen, für den ganzen Support, ich liebe diesen Blog und die Plattform, die daraus gewachsen ist.


Wird sich etwas ändern? Nope, vorerst nicht, aber ich habe Pläne und bastle im Hintergrund an etwas, das sich wie das finale Puzzlestück für diedreißigerin anfühlt. Ihr könnt gespannt sein, ich bin es auch, jedenfalls freue ich mich sehr, dass wir die letzten Jahren gemeinsam gegangen sind, dass ihr euch gesehen fühlt und wir die 30er zusammen so gut meistern.



37 und glücklicher denn je

Apropos 30er, ja, ich bin diese Woche 37 geworden und auch wenn ich mich im Kopf um einiges jünger fühle, lassen sich die Zahl und vor allem der Beginn des letzten Drittels dieses Jahrzehnts nicht aufhalten. Mein Geburtstag war dieses Jahr sehr unspektakulär, mitten in der Woche in den Osterferien, ich hab morgens gelesen, dann meine Haare gewaschen, war mit meiner Frieda Cappu trinken und Kuchen essen, hab meinen Koffer gepackt und abends noch fein in einem meiner Lieblingslokale diniert. Die ganze Woche war nicht ganz so einfach, mein Vater liegt seit ein paar Tagen im Krankenhaus und ganz prinzipiell war mir, so wie eigentlich geplant, am Wochenende nicht nach feiern zu Mute.



Aber wenn ich auf dieses letzte Lebensjahr zurückblicke, dann hab ich ein breites Lächeln im Gesicht, ich denke an all die Abenteuer allein, die schönen Urlaube und die unzähligen Stunden am Meer, an feine Tage mit meiner Familie, an die ganzen schönen Erlebnisse mit meinen Freundinnen und das Stückchen Leichtigkeit, das ich wiedergefunden habe. Ich bin glücklich, vermutlich glücklicher denn je und das ist das größte Geschenk an mich selbst. Die Miri, die vor fünf Jahren gerade 32 geworden ist, würde mir nie glauben, was wir inzwischen erlebt, welche großen Entscheidungen wir getroffen und wie sehr wir unsere Stimme gefunden haben. Mein Motto fürs neue Lebensjahr bleibt Dolce Vita, mein Leben ist süß, hin und wieder vergesse ich nur, es zu genießen. Natürlich möchte ich euch nicht vorenthalten, was ich mir heuer selbst geschenkt habe: Eine neue Handtasche (ja eine weitere) und ein paar Ohrstecker aus Gold. Älter werden, ich weiß wie verkitscht das klingt, ist ein Privileg und ich freue mich auf jede weitere Version von mir selbst.



Rache? Baby I’m glowing!

Da wären wir bereits beim letzten Thema, meine Version von mir selbst, die ich mir für die Zukunft wünsche. Vor ein paar Wochen habe ich in einem Podcast einer Frau, die gerade vierzig geworden ist, sagen hören: The boldest thing a woman can do is living her life unapologetically! Das fand ich einen schönen Ansatz, der mich zeitgleich ein bisschen traurig gemacht hat. Seit ich denken kann, entschuldige ich mich für mein Leben, mach mich kleiner als ich bin oder relativiere meine Erfolge, um ins gesellschaftliche Frauenbild zu passen. Sorry, dass meine Haare fettig sind, sorry, dass meine Wohnung gerade nicht aufgeräumt ist, sorry, dass ich empfindlich bin, weil meine Hormone Limbo tanzen, dass ich alleine verreise und du das befremdlich findest, sorry, dass ich Single bin und dich das nervös macht, sorry, dass ich mir alleine eine Wohnung gekauft habe, obwohl das Frauen eher nicht tun, sorry, dass ich keine Kinder will und das dein Weltbild zerstört, dass ich laut meine Meinung gesagt habe und das für andere unbequem ist, dass ich meine eigenen Regeln mache und dir das deinen Mangel vor Augen führt. Machmal habe ich das Gefühl, dass ich so viel Energie für Rechtfertigungen meines eigenen Lebensentwurfs aufbringe, dass ich fürs eigentliche Leben zu müde bin.



Ende letzten Jahres habe ich viel mit meiner Therapeutin über dieses einnehmende Gefühl der Ungerechtigkeit gesprochen, ich wusste nicht, wie ich damit umgehen sollte und dachte lange, dass ich Rache brauche. Dass ich den Ex leiden sehen müsse, weil er so verlogen war, dass ich den Bruder mit Schweigen strafen solle, weil er nie den Mund aufbringt, wenn ich mich damit beschäftige, die Liste ist endlos, die Ungerechtigkeiten teilweise unfassbar, die wir vor allem als Frauen täglich erleben müssen. Aber Gerechtigkeit lässt sich nicht erzwingen und ganz oft kommen Menschen mit unmöglichem Benehmen einfach davon. Was gilt es also zu tun? Wir hatten das hier schon oft: Das beste Leben zu führen, noch lauter, noch mutiger, noch glücklicher zu sein. Nichts verschwendet mehr Zeit, als darauf zu warten, dass jemand anderer eine Wunde wieder heilt. Grenzen setzen, Gedanken laut und bestimmt aussprechen, weiterziehen und den eigenen Wünschen folgen.


3 Generationen Frauen

In my Baddie Era – Ich will die Frau sein, die aufhört sich kleiner zu machen, die keine Angst davor hat, andere mit ihrer bloßen Existenz vor den Kopf zu stoßen, die für ihr Recht kämpft, die sich laut wehrt, die sich Platz nimmt und deren Meinung gehört wird. Ich will anziehen, worauf ich Lust habe, mein Leben nach meinen Vorstellungen leben, meine eigenen großen Entscheidungen treffen und vor allem will ich mich nicht mehr für meine Werte rechtfertigen. Das bin ich den Frauen vor mir schuldig, meiner Oma, die nie über Geld verfügen konnte und deren Möglichkeiten so begrenzt waren und meiner Mama, die mit Stereotypen und alten Rollenmustern zu kämpfen hat, und den Frauen nach mir, meinen zwei Nichten, denen ich Selbstbestimmung als Selbstverständlichkeit wünsche.


Neulich saß ich mit dem Mann in einer Pizzeria, wir hatten uns zwei Wochen nicht gesehen, weil er weg war, und eigentlich hatte ich keine Lust auf diesen Abend (das Bauchgefühl), aber er wollte mich unbedingt sehen. Irgendwie kamen wir dann auf das Thema Collien Fernandes und eine seiner ersten Aussagen war, dass schon jeder Fall einzeln betrachtet werden müsse und er den aktuellen Männerhass verurteilen würde. Was soll ich sagen, das ging noch ein paar Mal hin und her und auf dem Weg nach Hause habe ich ihm dann gesagt, dass ich lieber alleine weitergehen würde. Was er noch nicht wusste, ist, dass die Sache damit für mich beendet war, ich mir aber zeitgleich Sorgen um meine Sicherheit machte, weil statistisch nichts gefährlicher als ein zurückgewiesener Mann ist. Am nächsten Tag, nachdem ich mich eine Nacht geärgert hatte, hab ich eine bestimmte Nachricht mit sehr klaren Worten geschrieben, hab nichts schöngeredet und dezidiert gesagt, dass ich niemanden daten möchte, dem Gleichberechtigung und Feminismus nicht am Herzen liegen.


Das war schwer wie es denkbar einfach war und ich weiß, dass viele das als übertrieben oder zu hart interpretieren, aber es ist mir egal, was andere denken. Diese Konversation hatte sich nicht gut angefühlt und warum sollte ich etwas weglächeln, das mich negativ bewegt. Alles immer hinzunehmen und die eigenen Emotionen als zu viel zu kategorisieren, ist etwas, das wir als Frauen schon früh gelernt bekommen haben, es dauert ein wenig, bis sich das Gegenteil gut anfühlt. Eine Baddie zu sein ist Schwerstarbeit, aber naja, auch maximal lohnend. Wenn ihr das lest, trink ich gerade Cappu in Turin bei schönstem Wetter, bisschen Dolce Vita zelebrieren. <3



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