3 Wochen alleine im Norden: Abenteuer in Lettland, Estland & Schweden!
- diedreißigerin

- 8. Nov. 2025
- 5 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 15. Nov. 2025
Tja, so schnell vergehen 2 Monate und was soll ich sagen, solange wollte ich definitiv keine Pause hier machen, aber es ist einfach so passiert. Ich predige immer, dass ich meiner Intuition folgen muss, und die hatte einfach keine Lust vorm Computer zu sitzen und zu schreiben, während draußen die Welt gewartet hat. Naja, hin und wieder auch drinnen die Serie und so vergingen die Wochen wie im Flug. Jetzt ist es aber höchste Zeit, euch von meinem Trip zu erzählen und vor allem eines in eure vier Wände zu schicken: Mut!
Stumme Wünsche & laute Pläne
Ich bin davon überzeugt, dass wir alle ziemlich genau wissen, was wir wollen und uns im Alltag nur die Zeit und Ruhe fehlt, genau hinzuhören. Als ich beschlossen habe, dass ich im September weg möchte, war innerhalb weniger Minuten klar, wohin die Route gehen soll. Der Norden hat mich wieder gerufen und schon ganz lange habe ich das Baltikum im Kopf und natürlich Schweden, wo ich das letzte Mal schon hinwollte. Wenn ich mich dann traue hinzuhören, ist es immer sonnenklar, was ich mir wünsche und so hatte ich innerhalb einer Stunde drei Flüge gebucht und zumindest grob die Route festgelegt. Ich wollte an der Küste bleiben, eine Mischung aus Natur und Kultur erleben und mit einem Mietauto einen kleinen Roadtrip machen.

Ich werde oft gefragt, warum gerade diese Länder infrage kamen und ganz ehrlich, ich weiß es nicht. Sie waren einfach im Kopf und ich kann nicht einmal behaupten, dass mich Instagram beeinflusst hätte, es ist einfach die Intuition, die hier die Führung übernimmt und ich bin unendlich froh, dass sie inzwischen so laut geworden ist.
Softer Start in Lettland
Meine Reise ist in Riga gestartet bei viel Sonnenschein, guten Cappuccinos, tollen Restaurants und feinen Spaziergängen mit mir selbst. Lettlands Hauptstadt ist süß und liegt wirklich wunderschön, versifft langsam aber auch zu einer Junggesellenabschiedsdestination. Ich hab mich wenig in den Pub-Straßen mit grölenden Männern aufgehalten und bin stattdessen durch die wunderschönen Parkanlagen und entlang der Ostsee spaziert. Ziemlich unverhofft bin ich am ersten Abend in ein Restaurant gestolpert, welches sich kulinarisch als das Highlight dieser 3 Wochen entpuppt hat. Als ich dort in meiner schwarzen Bluse alleine saß, die gesalzene Butter auf mein warmes Brot schmierte und auf den Kirchturm mit Akkordeonmusik im Hintergrund starrte, ist es wieder da gewesen, dieses innerliche Schmunzeln, dieses Gefühl, wenn ich mir selbst ein High Five gebe, weil ich alles richtig gemacht habe.
Nach zwei Nächten in Riga bin ich mit dem Mietauto weiter für eine Nacht in den Kurort Jurmala direkt am Meer. Die Ostsee hat so einen besonderen Flair, ich kann das gar nicht ganz in Worte fassen. Als Mittelmeer-Liebhaberin interessiert es mich dort nicht ins Wasser zu gehen, aber diese endlos langen Strände mit den Möwen und die wunderschönen Sonnenuntergänge machen meine Schultern leicht wie kaum etwas anderes. Meine Letzte Station in Lettland war Sigulda, wo ich wunderschön im Schlosspark gewohnt habe und zwei Tage alleine gewandert bin. Übrigens hat Lettland viele Bären, das habe ich zum Glück erst später nachgelesen.
Erkundungstouren in Estland
Eine krasse Besonderheit waren im Baltikum die Autofahrten, ich hab noch nie so grüne Autobahnen gesehen und war selten so alleine auf einer Hauptstraße. Mit meinem sexy Schlitten bin ich dann weiter nach Pärnu, wieder ein Ort an der Ostsee, wo ich zwei Tage lang wunderschönes Wetter hatte und nichts außer am Strand liegen, Lesen und die Seele baumeln lassen getan habe. Manchmal frage ich mich selbst, wie solche Tage so schnell vergehen können.

Also wieder zurück zum Wandern und ich muss sagen, dieser Tag im Lahemaa Nationalpark war von vorne bis hinten nur magisch. Ich wünschte ich könnte euch die Atmosphäre in Worte beschreiben, mir bleibt selten die Luft weg, aber die Farben und die Geräuschkulisse dort haben mir echt die Sprache verschlagen. Die darauffolgenden Tage in Tallinn waren ein Träumchen, auch wenn mich dort zum ersten Mal der Regen eingeholt hat und bevor des frühmorgens nach Stockholm ging, hab ich noch eine Nacht in Tartu verbracht, um die lange Autofahrt zu halbieren.
Freiheit in Schweden
Nun, Schweden war das Highlight dieser Reise, das lässt sich gar nicht anders sagen und das, obwohl ich mit Null Erwartungen angekommen war. Ich hab die ersten vier Nächte in Stockholm verbracht, das Wetter war ziemlich gemischt, aber diese Stadt ist so unglaublich vielfältig, dass mich das ziemlich wenig gekratzt hat. Am letzten Tag dort hat die Sonne für mich gestrahlt und als ich im idyllischen Park meine Karottensuppe zwischen all den Schwed:innen gelöffelt hab, ist aus dem inneren Schmunzeln ein breites Grinsen geworden und mein Glücksgefühl hab ich gleich mit einem neuen Paar Schuhe verdoppelt. Dieser Tag war ohnehin perfekt, abends war ich noch beim Poweryoga, wo wir bei lauter Musik eine kleine Dance-Session hingelegt haben, und anschließend bin ich draußen bei einer leckeren Pizza gesessen und hab mich ewig mit einem schwedischen Pärchen unterhalten.
Nun, nach Estland hatte ich nicht erwartet, dass mich Schweden landschaftlich flashen kann, aber ich wurde eines besseren belehrt. Im Mietauto (ich liebe es einfach selbst zu fahren) ging es nach Nyköping, in erster Linie weil dort nach vier Nächten Hostel ein schönes Hotel auf mich gewartet hat und die Stadt als Ausgangspunkt dienen sollte. Ich hab dort recht unverhofft einen Abendspaziergang an der nahegelegenen Küste gemacht und wurde von meinen Emotionen überwältigt. Wie schön kann ein Sonnenuntergang eigentlich sein?
Am nächsten Tag war es leider regnerisch, weshalb ich meine Wanderung verschoben habe und durch die Stadt geschlendert bin. Tja, ich hab endlich mein Bild fürs Wohnzimmer gefunden, einfach in eine Galerie gestolpert, mit dem Maler geredet und mir seine Kunst zeigen lassen – es war Liebe auf den ersten Blick. Schicksal würden manche sagen.

Nun aber zum Highlight: ein Tag bei blauem Himmel im Naturreservat Stendörren und meine Nacht im Schwedenhäuschen. Dieses Gefühl dort am Wasser zu stehen und nur ich zu sein ist etwas, was ich hoffentlich noch ganz lange in mir tragen werde und wenn ich das schreibe, rinnen auch schon die Tränen, weil es so unfassbar schön war. Nichts erdet mich wie die Natur, die Einsamkeit dort, diese krassen Farben und das Gefühl von Leichtigkeit haben mich rauszoomen lassen aus meiner Bubble und neue Perspektiven eröffnet. Meine Reise hat in Uppsala geendet, wo ich viel geschrieben habe, nicht für den Blog, sondern für mich. Vielleicht hab ich dort auch einen Flug gebucht, das werdet ihr dann das nächste Mal lesen.
Der Norden hat einen ganz großen Platz in meinem Herzen, ich hab mich selten mutiger gefühlt.
Natürlich waren in diesen 3 Wochen auch schlechte Momente dabei, ich will hier nichts romantisieren, alleine zu reisen kann auch eine Herausforderung sein. Ein Hostel war echt unter aller Sau, hin und wieder hab ich mies gegessen und nicht jede Stadt war mein Vibe, aber insgesamt war das wieder so ein wunderschönes Erlebnis, das mich ein bisschen zu mir selbst zurück gebracht hat. Ich bin nicht unbedingt entspannt nach Hause gekommen, aber ich war sehr bei mir und mit mir.
Natürlich war ich in manchen Situationen wieder einen Exotin, alleine als Frau zu wandern hat sich auch im Norden noch nicht durchgesetzt und abends alleine im Schwedenhaus war auch eine Herausforderung, aber über Dinge wie alleine essen zu gehen hab ich schon gar nicht mehr nachgedacht. Vieles ist einfach nur Übung und ich schreie es gerne noch einmal von den Dächern: Lass dein leben nicht an dir vorbeiziehen, nur weil du keinen Partner hast oder niemand Zeit hat, mit dir zu verreisen. Ich liebe meine Abenteuer allein und kann euch nur ermutigen, dasselbe zu tun.









































Ich habe mich so gefreut, als ich heute die Benachrichtigung bekommen habe! Tolle Fotos, du strahlst richtig!!!! 😻
So schöne Bilder und der Reisebericht macht Lust auf den Norden. Love it🥰
Endlich wieder, ich habe schon ganz gespannt gewartet!!! Das klingt alles herrlich, ich freue mich mit dir. 🥰