• diedreißigerin

1 Jahr die30erin, ein blauer Mantel mehr und eine gute Freundin weniger!

Ein ruhiges hätte es werden sollen, dieses neue Jahr und dennoch hatte es gleich in der ersten Woche seine Tücken. Eigentlich wollte ich heute nur über mein Blog-Jubiläum schreiben, aber die Dinge kommen meistens anders als frau denkt und meine Beiträge spiegeln meine zeitnahe Realität, daher wird es heute auch um eine Freundschaft gehen, die sich schneller aufgelöst hat, als ich mir je hätte träumen lassen – und um einen Mantel, weil er für so viel mehr steht als nur ein Kleidungsstück.

 
War das schon ein Jahr?

Ich weiß noch, wie ich letztes (vorletztes?) Jahr zu Silvester meinen ersten Beitrag geschrieben habe, damals war alles richtig düster, die Idee einen Blog zu starten gerade ein paar Wochen alt und die Webseite ein reinstes Chaos. Aber ich war gewillt daran zu arbeiten, ein Lockdown jagte sowieso den anderen und Schreiben war für mich schon immer ein Ventil, eine Möglichkeit die Worte, die mir sonst oft so schwer fallen, in die Welt zu tragen und meinen Gedanken Platz zu schaffen.


Mit der Zeit wurde die Seite schöner, SEO-Einstellungen, Schriftarten, Hyperlinks und Co. hatten mich viele (wirklich viele!) Nerven gekostet, hin und wieder hab ich mich geistig von der Idee verabschiedet, einen Blog zu starten, weil die als super einfach deklarierte Baukastenwebseite einfach nicht kooperieren wollte. Geschrieben habe ich weiterhin jede Woche, manchmal über schwere Themen, manchmal über sehr leichte, immer so, wie es sich gerade anfühlte und irgendwann hatte ich 13 fixfertige Beiträge, die ich sehr mochte, aber die niemand lesen konnte und auch der Name diedreißigerin hatte sich über die Wochen in meinem Kopf manifestiert. Es kamen Fotos zu den Beiträgen, sehr schüchtern anfangs und wenige von mir, aber die Zeit mit meinen Seiten hat mir an vielen Abenden Trost gespendet, mich ein bisschen stolz gemacht und auch ein wenig Aufregung aufflackern lassen.

Nach und nach habe ich dann den Link an meine engsten Liebsten geschickt, hergezeigt, woran ich gebastelt hatte und dem nervlichen Zusammenbruch nahe auf ein Feedback gewartet. Ist es zu viel oder zu wenig, ist es lächerlich oder einfach nur irrelevant – in der Woche vor der Veröffentlichung hatten die Zweifel Überhand genommen, nur die bestärkenden und mit Liebe vollgestopften Nachrichten und Worte meiner FreundInnen haben drei Monate nach dem ersten Beitrag dazu geführt, dass ich den Blog veröffentlicht habe.

Ein Resümee – die30erin gibt’s weiterhin!

Nun, inzwischen fühlt es sich wie das Normalste der Welt an, wöchentlich meine Geschichten, Niederlagen, Sonnenstunden und Erkenntnisse zu teilen, und zu wissen, dass meine LeserInnen, die mir auch im Alltag begegnen, recht viel über mich wissen. Ich liebe nach wie vor die Arbeit am Blog, schreibe wöchentlich sehr gerne einen Beitrag und bereue keine Minute, die ich in dieses Projekt investiert habe.

Seit dem zweiten Jänner 2021 wurde diedreißigerin 3767 Mal aufgerufen, es kamen 46 Beiträge zur Veröffentlichung und mehrere hundert BesucherInnen fanden den Weg zu meinem Blog. Am meisten wird am Smartphone gelesen, sehr wenige nutzen Tablet oder Laptop, was sehr schade ist, weil die Anordnung der Bilder etc. dort viel schöner ist. Der erfolgreichste Post war das Resümee nach 6 Monaten Trennung, 284 Mal wurde dieser Beitrag aufgerufen.

Mein Resümee? – ich schreibe weiter, mit und ohne Likes und Herzchen, wobei die natürlich ein schönes Feedback sind und in letzter Zeit immer weniger werden. Wohin dieser Blog noch geht, werden wir sehen, ich hoffe in Zukunft auf mehr Austausch mit LeserInnen, mehr Feedback und ein paar neue Ideen und vielleicht kommt die eine oder andere Veränderung.


Viele kommen, nur wenige bleiben...

Mit dem Jubiläum meines Blogs, auf das ich mit mir selbst mit Prosecco angestoßen habe, kam auch das Ende einer fünfjährigen Freundschaft, praktisch aus dem Nichts und ohne Vorwarnung, wie eine Walze, die nicht lange fragt, welchen Schaden sie anrichtet, sondern einfach drüber rollt. Eine Meinungsverschiedenheit, ein bisschen hin und her und dann piepte das Handy mit der WhatsApp, in der meine Freundin sich verabschiedete. Schluss gemacht per Nachricht, wie nach einem schlechten Date und genau so wertlos hat es sich angefühlt. Ich hab nicht geweint, auch wenn ich traurig war, aber in erster Linie war ich enttäuscht und mit Enttäuschung kenn ich mich inzwischen richtig gut aus, daher nahm ich es mit Fassung. Wieviel war eine Freundschaft wert, wenn sie so leicht beendet werden kann, wie Nahe stehen Zwei sich wirklich, wenn eine WhatsApp ausreicht und wie schnell ist das Vertrauen irreversibel gebrochen, wenn jemand, der dir wichtig ist, alles wegschmeißt.


Ich bin in kein Loch gefallen nach dieser Nachricht, hab nicht an mir gezweifelt und hatte nicht das Gefühl, dass ich, wie schon so oft in ähnlichen Situationen, alles richten und wieder in Ordnung bringen müsste, damit Friede, Freude, Eierkuchen herrscht. Nein, ich hab mich gehalten, bin bei mir geblieben und hab mir selbst versichert, dass schon alles richtig sein wird. Prinzipiell glaube ich, dass es kaum etwas gibt, was in Freundschaften nicht verziehen werden könnte, aber noch mehr bin ich überzeugt, dass die Arbeit von beiden Seiten kommen muss und dass es sich nicht lohnt, verbissen an jemandem festzuhalten, der gehen möchte. Diejenigen, die bleiben wollen, die bleiben, der Rest begleitet dich eben nur ein Stück und das ist auch völlig okay.


Gut Ding braucht Weile

Um das Ganze auf einer leichteren Note zu beenden, es gab auch etwas Schönes an jenem Tag – einen Mantel, der mir bereits seit August immer wieder begegnet war und jetzt endlich mir gehört. Zum ersten Mal hatte ich ihn in Italien in einer Boutique gesehen, ironischerweise mit obiger Freundin, und mich sofort in die Farbe, den Schnitt und das wunderschöne Material verliebt. Leider gab es ihn nicht in meiner Größe und er war mir damals, nach den ganzen Urlaubsausgaben, einfach zu teuer. Das nächste Mal fand ich die Marke in Nürnberg in einem Shop wieder, anderes Modell aber gleiches Material und wieder die Farbe Blau und erneut hatte es mich sofort hingezogen.

Das letzte Mal dann in München Ende Dezember und mit dem Ausverkauf – der Mantel ist trotzdem noch scheiße teuer – kam die Entscheidung, dass es wahre Liebe ist, ich mich selbst sehr wohl auch ohne Grund beschenken darf und das gute Stück jetzt bei mir einzieht. Große Summen für mich auszugeben, fällt mir nach wie vor schwer, aber ich mag Mode und Qualität und lieber leiste ich mir hin und wieder etwas Hochwertiges, mit dem ich viele Jahre eine Freude habe, anstatt mehrere kleine Sachen, die in ein bis zwei Saisonen wieder uninteressant sind. Auch das war ein Lernprozess, den ich erst noch verinnerlichen muss. Cost per Wear ist hier ein gutes Konzept: Ein Pullover um 40€, der nur einmal getragen wird, weil er doch nicht genau passt und das Material kratzt, kostet im Endeffekt mehr als ein Mantel, der mehrere hundert Euro kostet und jahrelang viel getragen wird. Qualität vor Quantität zählt wohl in allen Lebenslagen.

 

Nun, das waren sie, meine drei kleinen Alltagsgeschichten, nicht alles ist immer rosig, aber vieles eben schon. Verrückt welche Geschichten das Leben manchmal schreibt, welche Chancen sich auftun und welche Türen sich schließen. 1 Jahr – Danke fürs Lesen, Herzchen drücken, Nachrichten schreiben und Begleiten auf diesem abenteuerlichem Weg durch die Dreißiger. <3


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