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Einen Monat lang jeden Tag Yoga, was hat sich verändert?

Eine weitere körperliche Challenge. Jeden Tag Yoga zu machen, hat sich in meiner Vorstellung super entspannt in den Alltag einbauen lassen, vor allem in Zeiten von Pandemie und Home-Office. Dabei musste ich schnell erkennen, dass hin und wieder der Geist streikt, obwohl der Körper es besser wüsste. Wie genau diese Challenge ausgesehen hat und warum ich streng genommen gescheitert bin, könnt ihr in den folgenden Absätzen nachlesen.

Immer diese Vorsätze.

Mit Neujahr und dem Monat Jänner kommen für viele Hand in Hand auch neue Vorsätze, Ziele und Lebensumstellungen. Von drastischen Veränderungen und kurzweiligen Quälereien halte ich schon lange nichts mehr, dennoch setze ich gerne Intentionen fürs neue Jahr und mache mir Gedanken, an welchen Bereichen meines Lebens und meiner Person ich gerne arbeiten möchte. Meistens wird die Liste dann doch länger als mir lieb ist, aber oft können niedergeschriebene Ziele dabei helfen, sich bewusst zu machen, in welche Richtung der eigene Weg gehen soll.


Yoga, jeden Tag für einen Monat.

Nun auf meiner Liste stand auch, mehr Yoga in meinen Wochenalltag zu integrieren. Seit Jahren mache ich manchmal mehr und manchmal weniger zu Hause oder innerhalb eines Kurses Yoga. Die Pandemie hatte jegliche Routine über den Haufen geworfen und je weniger ich raus konnte, desto weniger wollte ich in den eigenen vier Wänden praktizieren. Also eine Challenge, die Yoga With Adriene Challenge. Jedes Jahr im Jänner stellt Adriene auf ihrem YouTube-Kanal ein Yogavideo pro Tag online, dieses Jahr stand das 30-tägige Programm unter dem Motto BREATH. Die Videos sind unterschiedlich lang, meistens zwischen 20 und 40 Minuten, und bauen aufeinander auf. Adriene praktiziert ohne Hintergrundmusik, gibt klare und leicht verständliche Anweisungen (auf Englisch) und ich mag ihr Gesamtkonzept, bis auf ihr gelegentliches Singen, sehr. Alles ist sehr wohlwollend, die Übungen sind für Anfängerinnen geeignet, machen aber auch auf einem fortgeschrittenen Niveau Spaß. Also startete ich am 2. Jänner, Tag 0 war nur eine kleine Intro – sehr sympathisch, mit INVITE, einer fast 50 Minuten langen Sequenz. Danach habe ich mich großartig gefühlt, der Grundstein für diese Challenge war gelegt.

Woche 1 & 2, Motivation ahoi.

Die ersten zwei Wochen meiner täglichen Yogapraxis verliefen großartig, ich habe mein abendliches Video sehr genossen und darauf geachtet, dass ich nach meiner Yogaeinheit keine elektronischen Geräte mehr anfasse und direkt danach schlafen gehe. Nach LISTEN bin ich sogar auf der Matte eingeschlafen, so entspannt war ich in den letzten Minuten Shavasana. Auf die erste Hälfte der Videos konnte ich mich gut einlassen, ich habe mich sogar gefreut, wenn ein längeres Video für den jeweiligen Abend anstand. In dieser Zeit war ich auch noch recht entspannt von den Ferien und habe mich nach dieser neuen Routine, nach diesem Neuanfang gesehnt. Ziemlich schnell musste ich auch nicht mehr so oft auf den Bildschirm schauen, sondern konnte allein durch die Anweisungen den Übungen folgen. Sehr fein war hier, dass sich Abläufe wiederholten und das große Thema Atem immer wieder deutlich erkennbar war.


Woche 3 & 4, hupsi.

An Tag 16 musste ich zum ersten Mal aussetzen, weil ich so starke Regelschmerzen hatte und mich ohne Wärmflasche nicht von der Couch bewegen konnte. Auch die kommenden zwei Videos ließ ich ausfallen, weil der Montag immer so stressig ist und ich am Dienstag erst spätabends nach Hause komme. Es wäre sich zeitlich definitiv ausgegangen, aber ich wollte lieber HTGAWM auf Netflix süchteln und Alpro Schokopudding löffeln. Danach hatte ich mir vorgenommen, drei Tage lang immer zwei Videos zu machen, um wieder aufzuholen. Auch das hat nicht wirklich funktioniert, mental konnte ich nicht die Stärke für zwei Sequenzen aufbringen, ich war unruhig und innerlich gestresst, ein Video war das absolute Maximum. Die zweite Hälfte der Yoga Challenge verlief bis zum Schluss holprig, beendet habe ich das ganze dann erst mit Ende der ersten Februarwoche, mit viel schlechtem Gewissen, aber immerhin beendet.


Fazit, weniger ist mehr.

Inzwischen mache ich tatsächlich wieder regelmäßiger Yoga, aber definitiv nicht mehr täglich. Wie bei allem, macht die Menge das Gift und jeden Tag Yoga war mir einfach zu viel und irgendwann hat sich mein Hirn dagegen gesträubt und es hat sich nach sehr viel Überwindung und Arbeit angefühlt, was der Idee hinter einer Yogapraxis sicher widerspricht. In den ersten zwei Wochen konnte ich deutlich feststellen, wie gut es mir tut, wenn ich ohne vorherige Lärm- und Bildschirmbelästigung durch Serien, Instagram und Co. ins Bett gehe. Mein Schlaf war tief wie nie und das tägliche Dehnen hat sich positiv auf meine Schulter- und Nackenverspannungen ausgewirkt. Ebenso musste ich mir aber eingestehen, dass auch der Kopf bereit für Yoga sein muss, bei manchen Videos während der letzten zwei Wochen habe ich ungeduldig auf die verbleibenden Minuten geschaut und hab innerlich geseufzt beim zehnten herabschauenden Hund. Auch haben mich Adrienes Singeinheiten dann schon ordentlich genervt und ich hab klar gemerkt, dass ich nach wie vor Livestunden einer Onlinestunde vorziehe.


Mitnehmen möchte ich aus dieser Challenge, dass ich meine Yogaeinheiten bewusst plane und mir in den Kalender eintrage. Zwei- bis dreimal pro Woche möchte ich auf meine Matte hüpfen und das ganze Wissen aus diesen 30 Tagen selbst ein wenig ausprobieren. Dafür ist so eine Challenge definitiv ein Gewinn, ich habe wieder in Routinen hineingefunden und mich an alte Posen erinnert sowie neue kennengelernt. Rein körperlich gesehen, hat sich mein Stützstand enorm verbessert, auch bei meiner Balance und Dehnbarkeit bemerke ich Fortschritte. Alles in allem kann ich Adrienes Yoga-Challenges wärmstens empfehlen, vielleicht ohne Druck und ohne Zeitlimit, am Ende ist der Weg das Ziel und manchmal darf dieser auch ein wenig mehr Zeit benötigen.

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