• diedreißigerin

Veganuary – 1 Woche vegan mit vielen Heißhungerattacken!

Viel Zeit ist vergangen seit der letzten Challenge, nun, inspiriert durch den weltweit ausgerufenen Veganuary, habe ich es mir zum Ziel gesetzt, eine Woche lang vegan zu leben und auszuprobieren, wie schwer bzw. einfach eine rein pflanzliche Ernährung sein kann. Hier gilt zu sagen, dass ich mich prinzipiell vegetarisch ernähre mit der Ausnahme, hin und wieder Fisch und Meeresfrüchte zu essen. Im Vorfeld hatte ich mich nicht besonders auf diese Woche vorbereitet, mein erster großer veganer Einkauf war geradezu lachhaft und neben manch anderen stellte sich besonders der Verzicht auf Ziegenkäse als richtige Herausforderung heraus. Ich habe versucht eine Art Tagebuch für diese Woche zu führen und euch täglich auf die vegane Reise mitzunehmen. Eigentlich wollte ich Unmengen an neuen Rezepten ausprobieren, es kam dann doch ein bisschen anders als geplant.

 
Samstag

Mehr als motiviert bin ich heute in den ersten Tag als Veganerin gestartet. Das Frühstück war denkbar einfach, ich esse praktisch jeden Morgen unbewusst vegan. Es gab Porridge mit Banane, Hafermilch, Chiasamen, warmen Himbeeren und Kokosflocken. Wenn ich zuhause bin, brauche ich meistens einen Snack am Vormittag, normalerweise nasche ich nach dem süßen Frühstück dann an Ziegenkäse und Oliven, diesmal waren es eben nur Oliven. Mittags gab’s Baked Beans mit Polenta (klingt komisch, mag ich aber voll) und Salat, ohne Spiegelei wie sonst. Gleich nach dem Mittagessen bin ich einkaufen gegangen und hab versucht, den Korb mit vielen veganen Leckereien zu füllen: viel Gemüse und Obst, Hummus, pflanzliche Joghurts und Milch, Hülsenfrüchte und Snacks. Abends hab ich ein Gemüsecurry mit Zwiebeln, Kartoffeln, Paprika, Karotten, Blattspinat und Kichererbsen gezaubert. Erster Tag in der Tasche – easy!


Sonntag

An vielen Sonntagen gehe ich entweder brunchen oder frühstücke zuhause aufwendiger mit Rührei, Aufstrichen und co. Tja, heute gab es Kokosjoghurt mit Haferflocken, Nüssen, Banane und Himbeeren und doppelt Kaffee, weil ich nicht so richtig satt wurde. Da ich erst kurz nach elf gefrühstückt hatte, fiel das Mittagessen aus – hab ein bisschen Hummus mit Karotte gedippt – und ich traf mich um drei mit meiner besten Freundin zu Kaffee und Kuchen. Wir waren im Haepinest, wo es zum Glück eine Auswahl an veganen Kuchen gibt, wir teilten uns ein Bananenbrot und eine Raw-Zitronen-Mohn-Schnitte. Meinen Kaffee trinke ich sowieso immer mit Hafermilch, also hat auch das für mich kein Hindernis dargestellt. Hier muss frau natürlich im Vorfeld wissen, in welchem Café es pflanzliche Optionen gibt, das ist nämlich leider noch nicht überall der Fall. Abends hatte ich keine Lust zu kochen, also habe ich mir einen Maki-Mix mit Avocado und Gurke vom Japaner meines Vertrauens geholt, war okay, muss ich nicht nochmal haben. Ich esse sehr selten Sushi, dann mag ich rohen Fisch aber sehr gerne, egal, Tag 2 geschafft.


Montag

Heute morgen war ich richtig, richtig hungrig. Es gab Porridge, dieses Mal mit Khaki, vielen Nüssen und noch extra Kokosjoghurt. Mir ist bewusst geworden, dass mein übliches Mittagessen immer Käse und/oder Eier beinhaltet. Ich koche mittags nie aufwendig bzw. verbringe die Pause in der Schule, also gibt es meistens Mozzarella mit Tomaten, griechischen Salat oder ein Omelett. Nun, heute gab es Brot, am Weg nach Hause hab ich mir einen ganzen Laib Dinkelkrustenbrot gekauft, eine dicke Scheibe mit extraviel Hummus bestrichen und darauf gebratene Pilze und Avocado kredenzt, dazu Salat. Wiederum hätte ich liebend gerne Feta auf diesem Brot verteilt, zum Glück musste ich recht zeitig wieder in die Schule, sonst wäre ich eventuell schwach geworden. Nachmittags gab’s einen Nussriegel, bei den Lindor Kugeln im Aufenthaltsraum hab ich ein kleines Tränchen vergossen und überhaupt hab ich mich heute sehr unrund gefühlt. Von einem DeliciouslyElla-Rezept inspiriert hab ich abends ein veganes Chili mit Kartoffeln, Karotten, Kindneybohnen und Stangensellerie zubereitet, leider ohne Sauerrahm aber dafür mit extra Brot. Nachtisch? – Alpro-Schokopudding, vielleicht zwei!


Dienstag

Auch der Dienstag hat mit Porridge begonnen, einer To-Go-Version von mymuesli, die zu allem Überfluss quasi in der Mikrowelle der Schule explodiert ist. In normalen Wochen hole ich mir an den Dienstagen nach der zweiten Stunde immer einen Cappuccino und ein Buttercroissant, der mäßige Porridge heute war bitter. Mittags, Trommelwirbel, gab’s eine dicke Scheibe Brot mit Hummus und getrockneten Tomaten und eine zweite Scheibe mit Marillenmarmelade ohne Butter. Abends hatte ich Probe, hab mich sowieso nicht besonders gut gefühlt und mich erst relativ spät mit einem Grießbrei und extra viel Zartbitterschokolade belohnt. Eigentlich hatte ich mir für diese Woche vorgenommen, viele neue vegane Rezepte auszuprobieren, aber die Motivation hält sich leider in Grenzen.


Mittwoch

Am Morgen ein Müsli mit Haferjoghurt und Beeren und zu Mittag zur Abwechslung ein Brot mit Hummus, Pilzen, Avocado und Salat, das war der Start in den Mittwoch. Am späten Nachmittag habe ich eine ganze (!) Packung Reiskekse mit Zartbitterschokolade vernichtet. Abends war ich heute bei meiner besten Freundin eingeladen und das war eigentlich die erste richtige Hürde. Jemanden zu fragen, ob er für mich vegan kochen kann, war eine Überwindung und irgendwie schwingte ein kleines bisschen schlechtes Gewissen für den Extraaufwand mit. Sie war aber so lieb und hat ein Kokos-Paprika-Kichererbsencurry mit Reis für uns gekocht. Ob der Wein jetzt vegan war, kann ich nicht garantieren, aber ich würd’s jetzt einfach einmal vermuten. Als Nachtisch gab’s Alpro-Pudding, what else?! Tag 5 geschafft, vor dem Einschlafen musste ich die ganze Zeit an Zopf mit Butter und Nutella denken, Heißhunger macht sich langsam breit.


Donnerstag

Puh, heute hat’s keinen Spaß gemacht. In der Früh hätte ich so gern ein Croissant gegessen, es war dann aber ein Kornspitz mit ohne alles vom Bäcker – wer hätte gedacht, dass Laugenbrezen nicht vegan sind? Für die Mittagspause hatte ich eine Portion Penne mit Linsenbolognese dabei, die ich vor zwei Wochen eingefroren hatte. Abends gab’s Kürbis-Gnocchi mit Pilzen und Blattspinat, eigentlich hätte es ein aufwendiger veganer Ramen werden sollen, aber ich war nur für eine schnelle Küche fähig. Den ganzen Tag über war ich unnatürlich hungrig, schlecht drauf und hatte bis zum späten Abend relativ stark Kopfweh. Vielleicht hatte ich zu wenig veganes Junkfood eingekauft, jedenfalls hatte ich mega Lust auf Nachos mit Käsesoße und musste mich mit Sesamcrackern und Hummus als Snack zufrieden geben. 1 Tag noch.


Freitag

Heute war der letzte Tag dieser Challenge und ich bin nicht traurig darüber. Ich weiß, es ist repetitiv, aber morgens gab’s Müsli mit Himbeeren. Mittags war ich bei meinen Eltern zum Essen, meine Mama hat Maccheroni mit Gemüse-Sojagranulat-Sugo gekocht, das war überraschend lecker für alle am Tisch. Noch viel schöner war aber die abendliche Jause mit Ziegenkäse, Oliven, Burrata und co. Ich hab beschlossen, mein Vegan-Experiment am letzten Abend von Tag 7 zu beenden, es war eine herausfordernde Woche und heute Abend habe ich darauf angestoßen, zusammen mit meinen Eltern, die ich jetzt lange nicht sehe, weil sie in den Urlaub fliegen. Zum Wein gab es später Cantuccini und zuhause haben dann noch zwei Lindor Kugeln den Weg in meinen Mund gefunden – mmhhh.

 
Mein Fazit

Das war schwerer als gedacht, vor allem mit meiner Ausgangssituation. Für jemanden, der regelmäßig Fleisch und viele Milchprodukte zu sich nimmt, muss sich die Umstellung auf einen veganen Lifestyle wie ein kalter Entzug anfühlen. Rein körperlich habe ich nach einer Woche natürlich keine Veränderungen feststellen können außer, dass ich sehr oft hungrig aufgewacht bin und auch untertags mehr Snacks gebraucht habe. Hier gilt aber auch zu sagen, dass ich nicht bewusst mehr gegessen hatte, um die fehlenden Kalorien von fettem Käse auszugleichen und mich nicht im veganen Ersatzproduktbereich umgesehen hatte. Ich hätte natürlich veganen Käse kaufen können und Eiersatz, Sauerrahm etc.

Auch gilt an dieser Stelle festzuhalten, dass ich in keinem Restaurant und auch bei keiner Party eingeladen war. Oft habe ich bei solchen Gelegenheiten schon als Vegetarierin zu kämpfen, viele Male habe ich zum Beispiel bei Familienfeiern nur die Beilagen gegessen. Beim Italiener würde es mir sehr schwer fallen, dauerhaft auf Käse und Fisch zu verzichten und auch im Alltag und beim Einkaufen erscheint mir vegan um einiges herausfordernder als vegetarisch zu leben. Trotzdem möchte ich in Zukunft bewusster meine Mahlzeiten gestalten, nicht alles mit Feta überhäufen und auch öfter vegan kochen, weil es wirklich tolle Rezepte gibt. Kleine Umstellungen sind glaube ich der Schlüssel zum Ziel und diese Woche hat gut getan, um meine eigenen Gewohnheiten unter die Lupe zu nehmen.



100 Ansichten0 Kommentare

Aktuelle Beiträge

Alle ansehen