• diedreißigerin

Saisonwechsel: 6 Schritte, um deinen Kleiderschrank frühlingsfit zu machen!

Die Temperaturen werden immer wärmer und wenn auch der April sehr wechselhaft sein kann, dürfen wir ab Mai endgültig die Wintergarderobe verstauen und den Kleiderschrank auf den Frühling und Sommer vorbereiten. In diesem Beitrag möchte ich ein paar Tipps mit euch teilen, wie ihr erfolgreich eure Winterkleidung ausmisten, pflegen und verstauen und eure Garderobe optimal auf die sommerlichen Temperaturen vorbereiten könnt. Wenn ich etwas kann, dann Ordnung schaffen! :)

1. ALLES RAUSLEGEN & SORTIEREN

Alles muss raus und mit alles meine ich wirklich jedes einzelne Kleidungsstück. Je nachdem wie eure Schranksituation aussieht, vielleicht habt ihr Sommer- und Winterkleidung getrennt oder im Laufe der letzten Monate hat sich ein Durcheinander eingeschlichen oder euer Schrank wird sowieso vom Chaos bestimmt, egal wie, der erste Schritt zur Ordnung ist alles rauszulegen und zu sortieren. Manchmal platziere ich alles auf meinem Bett oder ich breite alles auf dem Boden aus. Danach wird sortiert: alle Pullover auf einen Haufen, auch alle Cardigans, Langarmshirts, T-Shirts, Blusen, Tops, Röcke und Kleider sowie Hosen und Jeans. Wenn alles nach Kategorien aufgelegt ist, könnt ihr euch einen Überblick verschaffen, wie viel Kleidung ihr wirklich besitzt. Ich habe inzwischen einen ziemlich minimalistischen Kleiderschrank, dennoch sind es genug einzelne Kleidungsstücke und oft erschreckt es mich, was jedes Jahr zum Vorschein kommt. Alles aus dem Kasten zu nehmen und durchzusehen ist zwar anstrengend, aber einmal im Jahr möchte ich Klarschiff machen und sowohl Sommer- als auch Wintersachen unter die Lupe nehmen.


2. WINTERSACHEN KONTROLLIEREN, AUSMISTEN & VERSTAUEN

Zuerst beschäftige ich mich dann mit meinen Wintersachen. Alles, was ich letzten Winter nicht anhatte, wird auf den Prüfstand gelegt und vor allem anprobiert. Oft handelt es sich dann um Stücke, die nicht mehr so gut sitzen oder kratzen oder mit denen ich mich farblich einfach nicht mehr identifizieren kann. Dieses Jahr mussten ein weinroter Pullover, ein schwarzer Pullover mit Blumenprint und ein beiger Cardigan gehen, die ich immer sehr gerne mochte, aber die inzwischen auch einfach nicht mehr zu meinem Stil passen. Danach habe ich die verbleibenden Wintersachen auf Flecken kontrolliert und die Pullover entfusselt und wo nötig rasiert. Nichts ist nerviger, als in der nächsten kalten Saison etwas anziehen zu wollen und es nicht in einem guten Zustand vorzufinden.

Ordentlich auszumisten ist für viele sehr schwer, bei mir gilt inzwischen die 1-Jahr-Regel, was ich diesen Winter nicht anhatte, werde ich vermutlich auch nächsten Winter nicht mehr anziehen. Manchmal können auch drei Stapel hilfreich sein, einer für Lieblingsstücke, einer für vielleicht Teile und einer für jene, die sicher wegkommen. Wenn ihr euch von einem Kleidungsstück überhaupt nicht trennen wollt, obwohl ihr es vermutlich nicht mehr anzieht, ist das auch ok, nicht alles muss beim ersten Mal weg. Zum Schluss verräume ich dann meine Wintersachen, bei mir hat alles im Schrank platz, manchmal können zusätzliche Kisten hilfreich sein, in denen Winterkleidung bis zum Herbst verstaut wird. Zirben- oder Lavendelsäckchen dazu und der erste große Teil ist geschafft.


3. SOMMERKLEIDUNG PROBIEREN & KATEGORISIEREN

Auch bei den Frühlings- und Sommerteilen probiere ich alles, was ich letztes Jahr nicht oder kaum getragen habe, an – Lieblingsteile müsst ihr natürlich nicht noch einmal anprobieren, mach ich manchmal aber zum Spaß. Manches gefällt mir dann doch wieder, andere Stücke wie etwa meine Animal-Print Bluse mag ich leider gar nicht mehr, daher kommt auch diese weg. Auch ein bauchfreies Top, dass ich vor fünf Jahren für ein Festival gekauft hatte und nie (!!!) anhatte, musste sich dieses Mal endgültig verabschieden. Nachdem ich alles probiert und mich von zu wenig geliebten Teilen getrennt habe, kategorisiere ich meine Sommerkleidung nach Farben und Anlässen. Basics in schwarz, weiß und grau kommen zusammen, ebenso sommerliche Pullover, T-Shirts mit Prints, Trägertops, Blusen und besondere Oberteile. Dementsprechend räume ich alles in die Schubladen und sehe dann immer ganz genau, was ich alles zur Verfügung habe, wenn ich nach einem bestimmten Outfit oder einer bestimmten Art von Kleidungsstück suche. Auch hier gilt es, sich alle Teile anzuschauen und auf Schäden und Flecken zu kontrollieren

4. MÄNTEL, JACKEN, SCHUHE & TASCHEN PFLEGEN

Als nächstes sind Schuhe und Taschen an der Reihe. Die Winterschuhe werden ordentlich geputzt, mit Schuhcreme und Glanzschwämmchen gepflegt und anschließend in Kartons verräumt. Die Taschen wische ich ebenfalls alle ab, räume sie aus und überlege, ob und wie sie zu den sommerlichen Outfits passen. Erst dann hole ich meine Vans, Slipper, Sandalen und schönen Schuhe aus den Kartons und räume sie griffbereit in meinen Schuhschrank. Meine Sommerschuhe putze ich immer, bevor ich sie im Herbst verräume, kleines Danke an mein 2020-Ich, bleibt mehr Zeit zum Anprobieren. Danach bekommen die Winterjacken ein wenig Aufmerksamkeit: Taschen ausräumen, abwischen und auf Flecken kontrollieren, verräumen. Die Sommerjacken dürfen dafür aus dem Schrank und griffbereit hängen. Auch Handschuhe, Stirnbänder und Schals verräume ich gleich in diesem Schritt.


5. PYJAMAS, HOMEWEAR & SOCKEN

Als letztes stehen Pyjamas, Chill-Outfits & Socken am Programm. Ich verräume die lange Nachtwäsche, die dicken Socken sowie die warmen Sweatpants und Hoodies. Stattdessen dürfen kurze Pyjamas, leichte Knöchelsocken und die luftige Jogginghose in der Schublade nach vorne. Ich hoffe, dass ich nicht die einzige bin, die Outfits hat, die nur für zuhause bestimmt sind. Bei den Socken sortiere ich auch gleich aus, es finden sich immer welche, die schon durchgetreten sind und / oder Löcher haben. Wer noch genug Energie hat, kann sich in diesem Schritt auch gleich der Unterwäsche widmen, das war mir dieses Mal aber dann doch zu mühsam und auch nicht dringend.

6. OUTFITS ÜBERLEGEN & MUST HAVES NOTIEREN

Wenn ich dann alles übersichtlich eingeräumt und verstaut ist, probiere ich gerne Outfits aus und überlege mir, was in meinem Kleiderschrank wirklich fehlt. Manche Kombinationen ziehe ich dann an inkl. Schuhe und Tasche, andere werden im Kopf durchgespielt. Es macht super viel Spaß zuhause Kombinationen auszuprobieren und nimmt den Druck raus, wenn es dann darum geht, für einen Anlass ein Outfit zu finden. Gute Musik, Cappuccino oder auch ein Glas Wein und zwei schöne Stunden mit dir und deinen Schätzen verbringen, Neues ausprobieren, Altes wiederentdecken und Freude an der Mode haben.


Auf meiner Liste sind dieses Jahr eine weiße Bluse, ein weißes T-Shirt mit Print, ein schwarzes Kleid, eine braune oder schwarze Alltagstasche und schwarze schlichte Sandalen gelandet und eventuell ein Armband, auf das ich schon lange ein Auge geworfen habe. Mehr brauche ich nicht und mehr möchte ich auf keinen Fall kaufen. Diese Basics haben mir letztes Jahr schon gefehlt, leider habe ich bisher nichts gefunden, was mich wirklich umgehauen hätte. Zu oft habe ich schon Kleidungsstücke gekauft, von denen ich nicht hundertprozentig überzeugt war, das werden dann leider nie Lieblingsteile, werden kaum getragen und sind am Ende eine Verschwendung von Geld und Ressourcen. Ich versuche nachhaltig und bewusst zu shoppen und mir genau zu überlegen, warum ich ein neues Teil haben möchte und wie und vor allem wann ich es tragen werde.

Somit sollte nun euer Kleiderschrank fit für den Frühling und die warmen Temperaturen sein und im Herbst könnt ihr entspannt wieder auf die schön gepflegten wärmeren Kleidungsstücke zurückgreifen! Bei mir war es dieses Jahr nur ein kleiner Stapel, den ich aussortiert habe, dieser kommt in einen Kleidersack und in einen Wams-Container. Dabei solltet ihr bitte immer drauf achten, dass alle Kleidungsstücke unbeschädigt und sauber sind, kaputte Kleidung kann nicht in die Second-Hand-Läden und muss leider im Müll landen. Insgesamt hat mein Projekt Kleiderschrank einen ganzen Vormittag, ca. vier Stunden, gedauert, exklusive Schritt 6. Outfits habe ich dann erst am nächsten späten Nachmittag ausprobiert und mir einen schönen Abend mit mir selbst gemacht.

WO SOLL ALLES HIN UND WO KOMMT ALLES HER?

Leider gibt es hierzu ganz erschreckende Statistiken und Zahlen. Inzwischen sollte uns allen klar sein, dass Fast-Fashion und gedankenloser Konsum schlecht für alle ist, katastrophal für die Arbeitskräfte, die unter schlimmen Konditionen und für einen Hungerlohn Ware herstellen, schlecht für die Umwelt, weil alles, wie der Name verrät, schnell produziert, schnell verliefert und auch schnell wieder entsorgt wird und schlecht für die Konsumierenden, weil Billigkleidung nicht lange lebt, zu großen Teilen aus Polyester besteht und faire Qualität sich auf der Haut einfach schöner anfühlt. Laut einer Umfrage von Greenpeace im Jahr 2019 besitzen ÖsterreicherInnen im Durchschnitt 85 Kleidungsstücke (ohne Unterwäsche und Socken), das sind österreichweit 547 Millionen Kleidungsstücke. Rund 13% des Kleiderschrankes werden nie bis fast nie getragen, das sind 72 Millionen Kleidungsstücke alleine in Österreich. Um Fair-Fashion und nachhaltiges Shoppen wird es in einem anderen Beitrag gehen, aber vielleicht sind diese Zahlen eine Anregung zu einem bewussteren Konsum beim nächsten Einkaufsbummel.

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